Bereits 1956 wurde die BRAVO das erste Mal veröffentlich. Zurückblicken lässt sich nun auf 54 Jahre Prominenz, Jugend, Musik und Skandale.
Über 50 Jahre im Geschäft
Am 26. August 1956 wurde die Zeitschrift von Helmut Kindler und Peter Boenisch das erste Mal herausgegeben. Dieses erste Exemplar kostete 50 Pfennig und wurde mit einer Auflage von 30.000 Stück veröffentlicht. Bereits zweieinhalb Jahre später knackte die Auflage die Marke der halben Million. Die höchste Popularität hatte die BRAVO 1979 mit einer Auflagenstärke von 1.830.700 Exemplaren. Mittlerweile werden nur noch knapp eine halbe Million Hefte pro Woche verkauft.
Stars und Sexualtherapie
Wichtigste Zielgruppe der BRAVO sind Jugendliche, dementsprechend ist die Themenauswahl. Es wird über Stars und Sternchen aus Musik und Film berichtet, die bei Teenagern besonders beliebt sind. ‘Alte Hasen’ sind selten in dem Heft zu finden. Berühmt wurde die BRAVO allerdings nicht nur durch diesen Lifestyle Journalismus, sondern auch durch die berühmte Beziehungs- und Sexualberatung. 1969 etablierte sich Dr. Martin Goldstein, alias Dr. Sommer, in dieser Rubrik. Er war Psychotherapeut und Religionslehrer, eine äußerst brisante Mischung. Trotzdem beantwortete er die Fragen der Jugendlichen unvoreingenommen und benannte auch Geschlechtsorgane beim Namen, was in der Zeit ein ungeschriebenes Gesetz brach.
1986 stieg die bis heute noch aktive Sozialpädagogin Margit Tetz in das Dr.-Sommer-Team ein. Mittlerweile gehen nur noch circa 400 Briefe pro Woche beim Team ein, weniger als ein Zehntel von dem, was in den Hochphasen bei der Redaktion aus Kinderärzten, Gynäkologen und Psychologen auf den Tisch kam. Aufgrund des relativ offenen Umgangs mit Sexualität wurden einige Ausgaben auf den Index gesetzt, es gab sogar einige Lehrer, die das Heft, sobald sie es bei ihren Schülern entdeckten, konfiszierten. Doch genau diese Art der direkten Herangehensweise an ein Thema, über das immer noch nicht gern geredet wird, klärte tausende Jugendliche und Erwachsene auf. Teilweise landeten auch kuriose Fragen in der Sex- und Partnerschaftsrubrik, die aber trotzdem seriös und einfühlsam bentwortet wurden.
Weitere Merkmale der BRAVO sind immer wieder auftretende Anglizismen, die zur einer Art eigenem Stilmittel herangewachsen sind. Die Leserbindung der Jugendzeitschrift ist und bleibt ein Phänomen. Noch nie hat eine Zeitung Generationen von Lesern so eng zueinander geführt. Noch heute kaufen Teenager die Hefte, die beinahe dem gleichen Prinzip entsprechen wie denen, die schon ihre Eltern gelesen haben. Genau aus diesen Gründen wird sich die BRAVO weiterhin als etablierte und erfolgreiche Zeitschrift auf dem Markt halten. Wenn Sie also einmal ein Geschenk für Ihr Kind oder Ihr Enkelkind suchen, ein BRAVO Abo gefällt bestimmt.